Empfehlungen zur Malariaprävention für Reisende
Journal
Flugmedizin · Tropenmedizin · Reisemedizin - FTR
ISSN
1864-4538
Date Issued
2025-08
Author(s)
Camilla Rothe
Olivia Veit
Deike Rosenbusch
Silja Bühler
Torsten Feldt
Markus Frühwein
Martin P Grobusch
Sabine Jordan
Annette Kapaun
Carsten Köhler
Christina Kreuzberg
Micha Löbermann
Karin Meischner
Andreas Müller
Michael Ramharter
Burkhard Rieke
Clara Schlaich
Victoria Schöller
Christian Schönfeld
Jörg Siedenburg
Günther Slesak
Gerhard Boecken
Type
journal-article
Abstract
Die Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der Deutschen Gesellschaft für
Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zur Malariaprävention für Reisende bieten
eine evidenzbasierte Grundlage für die reisemedizinische Beratung. Die Empfehlungen basieren auf
wissenschaftlicher Evidenz, klinischer Erfahrung und aktuellen epidemiologischen Daten. Sie enthalten
differenziertes Kartenmaterial für die Reiseberatung, welches zusammen mit Expertengruppen aus der
Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Österreich erstellt wurde. Die Prävention der Malaria basiert auf
3 zentralen Säulen: der Expositionsprophylaxe (Vermeidung von Mückenstichen), der medikamentösen
Chemoprophylaxe und der Mitnahme einer notfallmäßigen Selbstbehandlung (NSB). Bei der Auswahl geeigneter
Maßnahmen ist eine individualisierte Risikoabwägung bedeutsam. Die Vermeidung von Mückenstichen bleibt
essenziell – auch bei Einnahme einer Chemoprophylaxe. Als Goldstandard unter den Repellentien gilt DEET;
daneben werden Alternativen je nach Altersgruppe und individueller Verträglichkeit empfohlen. Bezüglich
der medikamentösen Prophylaxe bleiben Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin (Off-Label) und Mefloquin die
zentralen Optionen, deren Einsatz individuell auf das Reiseziel, die Reiseart sowie Alter und
Gesundheitszustand des Reisenden abgestimmt werden muss. Artemisinin-Kombinationspräparate wie
Artemether/Lumefantrin sind ausschließlich für die Therapie zugelassen, nicht jedoch zur Prophylaxe.
Notfallselbstbehandlung wird ggf. bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko und eingeschränktem
Zugang zu medizinischer Versorgung empfohlen. Länderspezifische Empfehlungen und Karten helfen, das
Risiko differenziert zu bewerten. Es werden spezifische Empfehlungen für Kinder, Schwangere,
immunsupprimierte Patienten und Reisende mit Komorbiditäten gegeben. Zudem wird auf besondere Gruppen von
Reisenden, wie Migranten aus Malariagebieten, Langzeitreisende, Auslandstätige und Mitarbeiter im
Bundesfreiwilligendienst eingegangen. Die Empfehlungen sind ein praxisorientierter Leitfaden für
Ärztinnen und Ärzte in der reisemedizinischen Beratung.
Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zur Malariaprävention für Reisende bieten
eine evidenzbasierte Grundlage für die reisemedizinische Beratung. Die Empfehlungen basieren auf
wissenschaftlicher Evidenz, klinischer Erfahrung und aktuellen epidemiologischen Daten. Sie enthalten
differenziertes Kartenmaterial für die Reiseberatung, welches zusammen mit Expertengruppen aus der
Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Österreich erstellt wurde. Die Prävention der Malaria basiert auf
3 zentralen Säulen: der Expositionsprophylaxe (Vermeidung von Mückenstichen), der medikamentösen
Chemoprophylaxe und der Mitnahme einer notfallmäßigen Selbstbehandlung (NSB). Bei der Auswahl geeigneter
Maßnahmen ist eine individualisierte Risikoabwägung bedeutsam. Die Vermeidung von Mückenstichen bleibt
essenziell – auch bei Einnahme einer Chemoprophylaxe. Als Goldstandard unter den Repellentien gilt DEET;
daneben werden Alternativen je nach Altersgruppe und individueller Verträglichkeit empfohlen. Bezüglich
der medikamentösen Prophylaxe bleiben Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin (Off-Label) und Mefloquin die
zentralen Optionen, deren Einsatz individuell auf das Reiseziel, die Reiseart sowie Alter und
Gesundheitszustand des Reisenden abgestimmt werden muss. Artemisinin-Kombinationspräparate wie
Artemether/Lumefantrin sind ausschließlich für die Therapie zugelassen, nicht jedoch zur Prophylaxe.
Notfallselbstbehandlung wird ggf. bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko und eingeschränktem
Zugang zu medizinischer Versorgung empfohlen. Länderspezifische Empfehlungen und Karten helfen, das
Risiko differenziert zu bewerten. Es werden spezifische Empfehlungen für Kinder, Schwangere,
immunsupprimierte Patienten und Reisende mit Komorbiditäten gegeben. Zudem wird auf besondere Gruppen von
Reisenden, wie Migranten aus Malariagebieten, Langzeitreisende, Auslandstätige und Mitarbeiter im
Bundesfreiwilligendienst eingegangen. Die Empfehlungen sind ein praxisorientierter Leitfaden für
Ärztinnen und Ärzte in der reisemedizinischen Beratung.
Cite this document
Rothe, C., Veit, O., Rosenbusch, D., Bühler, S., Feldt, T., Frühwein, M., Grobusch, M. P., Jordan, S., Kapaun, A., Köhler, C., Kreuzberg, C., Löbermann, M., Meischner, K., Müller, A., Ramharter, M., Rieke, B., Schlaich, C., Schöller, V., Schönfeld, C., … Boecken, G. (2025). Empfehlungen zur Malariaprävention für Reisende. Flugmedizin · Tropenmedizin · Reisemedizin - FTR, 32(04), 176-215. https://doi.org/10.1055/a-2596-1973